Multichannel-Shopper - Eien Herausforderung für ein Warenwirtschaftssystem

Von Felix Hochapfel

"Das Auto hat keine Zukunft. Ich setze auf das Pferd", Kaiser Wilhelm II. 1904.

Bereits Anfang 2013 kam die Roland-Berger-Studie („Dem Kunden auf die Spur“) zu dem Ergebnis, dass stationäre Einzelhändler keine andere Wahl haben werden, als Multichannel zu betreiben, sprich zusätzlich auch Online Ihre Produkte anzubieten.  Doch die Realität gerade im inhabergeführten Einzelhandel sieht leider anders aus.

Multichannel wird oft falsch verstanden. Denn es bedeutet nicht zwangsläufig einen eigenen Online-Shop mit Versandhandel zu etablieren, sondern es bedeutet vielmehr, den regionalen Standortvorteil im Internet zu vermarkten.

Heute hat der Webbesucher wenige Chancen, Produkte im Internet nachzufragen, die er noch am selben Tag beim Einzelhändler abholen kann (Click & Collect). Diese Impulskäufer kaufen heute (noch) nicht zu Amazon, Zalando und Co. Dass irgendwann eine „same day delivery“ (z.B. durch Drohnen) stattfindet, ist heute aber auch schon keine Science-Fiction mehr.

Jetzt wäre also der ideale Zeitpunkt für den stationären Einzelhändler in diesem Bereich aktiv zu werden, doch meiner Meinung nach gibt es hier eine große Hürde: Fehlende oder schlecht gepflegte  Stammdaten. Denn um sein Sortiment ins Internet zu stellen, müssen Artikelbeschreibungen, Produktbilder, Verfügbarkeiten unbedingt auf dem neuesten Stand sein. Doch die Realität zeigt uns immer wieder, dass bei der Artikelpflege heute alleine Daten für den Point-Of-Sale oder die Warenlogistik gepflegt werden.

Denn, um seine Produkte online anbieten zu können, müssen diese mittels eines sogenannten „Deep-Links“ dargestellt werden können, d.h. jeder Artikel ist mit einer eigenen URL im Internet aufrufbar, d.h. für jeden Artikel sind entsprechende Informationen für den Online-Besucher hinterlegt. Voraussetzung dafür ist eine einheitliche Datenquelle in Form eines Warenwirtschaftssystems, das gleichermaßen Kassen und Internet auf Knopfdruck bedienen kann.

Dass der stationäre Einzelhändler dann mit seinen Produkten im Internet gefunden wird, dafür können bereits heute Portale wie „simply local“ oder „Stadtgestöber“ sorgen. Diese Portale suchen heute genau die Einzelhändler, die ihre Hausaufgaben gemacht haben. Hier beißt sich aber zurzeit noch die Katze in den Schwanz. Denn diese Portale sind heute noch weitgehend unbekannt, was wiederum daran liegt, dass die Anzahl der Einzelhändler, die an einem solchen Portal mitwirken können aufgrund der heutigen Situation noch sehr gering ist.

Daher ist es höchste Zeit, das stationäre Einzelhandelsgeschäft online-fähig zu machen, um auf den Zeitpunkt vorbereitet zu sein, wenn der Konsument in der Breite dieses Angebot wahrnimmt.

Laut der oben genannten Roland Berger Studie investieren 87% der Einzelhandelsunternehmen, die wissen, dass sich ihre Kunden online informieren, immer noch 73% ihres Werbeetats in Offline-Werbung.  Das erinnert dann doch wieder an das Zitat des letzten deutschen Kaisers.

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